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Erquickung für Leib und Seele
© Leopold Mantler

Jeden Dienstag, um 15 Uhr feiern wir im Pflegewohnheim Rudolfsheim-Fünfhaus, gemeinsam mit den Bewohnern, ihren Angehörigen, den Pflegern und Ärzten, einen Gottesdienst. Der Mehrzwecksaal ist immer gut gefüllt, und zu den Klängen der Orgel wird bei der heiligen Messe gesungen, gebetet, gefeiert. Für die Teilnehmenden ist es immer ein besonderes gemeinschaftliches Erlebnis, für manche auch ein ausbrechen aus dem alltäglichen Tagesablauf.

Dazu fällt mir eine Erzählung von Weihbischof Asgar aus Köln ein, die von einem Erlebnis beim Kommunionausteilen bei einer heiligen Messe berichtet.
Es war in einem Altenheim. Viele saßen im Rollstuhl in der Kirche und deswegen ging ich von Platz zu Platz um die Kommunion auszuteilen. Ich kam ich zu einer alten Dame, die die Hand öffnete. Ich gab ihr den Leib Christi und sagte dazu laut:“ Der Leib Christi“. Da schaut sie mich mit großen Augen an und sagt dann: „Herr Doktor hat das irgendwelche Folgen?“ Ich war völlig perplex. Ich dachte sie verwechselt mich bestimmt mit einem Pfleger, weil ich ein weißes Gewand anhatte und sie denke es wird die Medizin ausgeteilt. Ein bisschen stammelnd sagte ich: „Gute, nur Gute!“ und nie werde ich das strahlende Gesicht dieser alten Dame vergessen, als sie dann die Eucharistie zum Mund führte. Hat das irgendwelche Folgen, wenn man die Eucharistie empfängt? Der Gelehrte Thomas von Aquin hätte sicher eine schlagfertigere Antwort gehabt. Er hätte gesagt: „Die Wirkung des Kommunionempfanges, ist die Verwandlung des Menschen in Gott“ und Jesus selber sagt: „wenn du mich, dieses Brot isst, wirst du nicht mehr sterben“. Du stirbst nicht mehr. Er meint das natürlich nicht biologisch, sondern existenziell, du stirbst nicht mehr an Mangel an Liebe. Hat das irgendwelche Folgen die Kommunion zu empfangen? Ja, wir können leben. Mehr noch, wir werden so mit Liebe angefüllt, das wir Liebe ausstrahlen können und wir können das, was wir empfangen haben weiterschenken. Wir können so leben das im Anderen die Sehnsucht nach Gott wieder wach wird.

So möchte ich Sie im Besonderen einladen zum Mitfeiern bei diesem wöchentlichen Gottesdienst. Vielleicht treffen Sie dabei auch auf Bekannte, die sich sicher über einen kurzen Plausch mit Ihnen freuen.

(Leopold Mantler)