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Die Quadragesima Fastenzeit – Österliche Bußzeit
© Pfarre Schwechat

Mit dieser Überschrift weist uns das Direktorium auf den Aschermittwoch und die nun beginnende Fastenzeit hin. Weiters ist danach zu lesen: Die Quadragesima dient der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Christi. Die Liturgie der Vierzig Tage bereitet die Gläubigen auf die Feier des Ostergeheimnisses durch Taufgedächtnis und tätige Buße vor.
Auch in unserer Kirche macht sich die Fastenzeit bemerkbar. Die Altäre tragen keinen Blumenschmuck und das vom akademischen Maler Josef Reich entworfene Hochaltarbild wurde mit einem Fastentuch verhüllt. Diese vom Künstler Max Rauch gestaltete Fastentuch trägt den Titel: „Der Regenbogen hat seine Farben verloren …“

Max Rauch, der sich als Hobbykünstler sieht, kreiert seit vielen Jahren für die Pfarre Schwechat ein Fastentuch. Pfarrer Martin hat das im Jahre 2003 entworfene Fastentuch für uns ausgesucht und wünscht uns gemeinsam mit dem Künstler eine farbenfrohe Fastenzeit.

Lesen Sie nachstehend die Gedanken von Max Rauch die ihn zur Gestaltung des Fastentuches bewegt und inspiriert haben.

Der Bogen ist Zeichen des Bundes (Gen 9,12-17) – eines immerwährenden Bundes der Liebe Gottes. Doch die Realität der Welt zeigt: Er scheint, seine kräftigen Farben verloren zu haben. Der Bund scheint durch den rollenden Panzer, die Kette fesselnder Ungerechtigkeit, durch den gellen-den Schrei der unter die Räder Gekommenen zerrissen. Das Friedenslicht von Betlehem ist längst erloschen. Gott hat seinen Bund nicht gelöst, aber er scheint angesichts von Krieg, Tod und Leid so kraftlos…

Ich soll auch mitschuldig sein an dem ganzen Dilemma?
Gut, so einiges kann ich mir vorstellen, in kleinen Schritten zu ändern, aber wie soll ich einen Krieg verhindern, der schleichenden Zerstörung unserer Umwelt Einhalt gebieten, wie soll ich dem Regenbogen die Farbe wiedergeben? So Vieles scheint unrettbar gefangen in zerstörerischen Strukturen.

Und trotz allem: Der Bogen des unwiderruflichen Bundes Gottes bleibt da. Doch wie ist der Halt des Kreuzes Christi erfahrbar, von dem Friedenstauben und das Licht des Lebens ausgehen?

Versuche nachzudenken über die Bewahrung der Schöpfung, über Strukturen der Kirche, über den Frieden, über das sterbende Weizenkorn, denn im Kleinen kannst Du vielleicht Großes bewirken. Und in Ostern dürfen wir dann feiern, dass ER in diese zerstörende Realität ganz einsteigt, selbst am Kreuz zerstört wird, aber gerade darin das erlösende Leben Gottes, die Auferstehung das letzte Wort haben

(Leopold Mantler)