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IM WASSER IST HEIL UND LEBEN
© Univ.-Prof. Dr. Herbert Tatzreiter

Wasser ist die Voraussetzung und der Ursprung allen Lebens! Wasser gehört zu unseren wichtigsten und wertvollsten „Lebensmitteln“, die uns die Natur schenkt. Wasser ist in seinen Aspekten vielfältig und zugleich vielseitig in den unterschiedlichen Anwendungen. Allein die Tatsache, dass Wasser in den drei Aggregatzuständen als flüssig bei normaler Temperatur, als fest in Eis oder Schnee bei Minusgraden und als Dampf in der Hitze auftreten kann, dass allein lässt staunen. Nicht verwunderlich ist daher, wenn diese Dreigestaltigkeit zum „problematischen“ Vergleich mit dem Geheimnis der Göttlichen Dreifaltigkeit angeregt hat.

Die vielen Möglichkeiten seiner Anwendung sind bekannt: Wasser wirkt reinigend und kühlend zugleich, es stillt den Durst und befeuchtet unsere Wiesen und Felder, es löscht bedrohliche Feuer u.v.m. Wie sehr hat uns der heiße Sommer heuer bewusst gemacht, wie erfrischend Wasser sein kann! Umso mehr müssen wir umsichtig und sorgsam mit diesem kostbaren Nass umgehen, indem wir durch eine nachhaltige Bewirtschaftung unser Trinkwasser vor Verschmutzung und vor allzu großer Verschwendung schützen. Unsere Erde ist zu etwa 70% mit Wasser bedeckt, davon entfallen nur etwa 3% auf „trinkbares Süßwasser“. Wir haben in unserem Land das Glück, genug Wasser zu haben, in manchen Gegenden herrscht hingegen großer Wassermangel. Wir drehen den Wasserhahn auf, und schon sprudelt Wasser hervor, viele Menschen müssen lange Märsche auf sich nehmen, um zum Wasser zu gelangen. Seit 1993 macht die UNO jedes Jahr am 22.März mit dem „Wassertag“ auf die Probleme rund um das Wasser aufmerksam, damit der „Zugang zu sauberem Wasser“ für alle gesichert werden kann.

Menschen haben ihre Siedlungen meist am Ufer oder entlang fließender Gewässer angelegt. Darauf verweisen viele unserer Siedlungsnamen, die nach Flüssen benannt sind, wie z.B. Wien, Tulln, Krems, Melk, Enns, Traun u.v.a. Das Wasser in Bächen, Flüssen und Strömen sichert so ihre Lebensgrundlage. Bestes Wasser bieten uns die direkt aus der Erde sprudelnden Quellen.

Im Wasser ist Heil, Wasser kann aber auch Unheil anrichten. Geradezu paradox klingt es, wenn Wasser lebensspendend und zugleich todbringend sein kann, wenn es einerseits befruchtend, andererseits wieder zerstörend wirken kann. Berichte über solche Gegensätze begegnen uns heute als Folge des Klimawandels fast täglich, sie finden sich auch schon in der Bibel. Gleich am Beginn des ersten Buches heißt es z.B., am Anfang war die Erde „wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser“ (Gen 1, 2). Die zerstörerische Kraft des Wassers bricht herein im Ereignis der „großen Flut“, der Sintflut, die die „sündige Menschheit“ hinwegschwemmte (vgl. Gen 6-7). Die reiche Symbolik des Wassers greift Jesus selbst für sich auf, wenn er sagt: „Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt“ (Joh 7, 37 f.). Groß ist die Sehnsucht nach Wasser, die der Psalmist des Öfteren bildreich besingt: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott“ (Ps 42, 2 f.). Und Gott, der Allmächtige, gibt seinem „Volk reichlich zu trinken“ (Ps 78, 15), „er bedeckt den Himmel mit Wolken, spendet der Erde Regen“, damit alles wunderbar sprießen kann (Ps 147, 8). In diese anregenden Hymnen und Lobpreisungen der Psalmen dürfen wir dankbar einstimmen, denn Wasser spendet auch uns Heil und Leben!                                                            

(H.T.)