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SEHNSUCHT NACH STILLE
© Guntbert Bodmann

In unserer von Lärm geplagten Zeit ist die Sehnsucht vieler Menschen nach Stille groß. Im Wort der wahren „Stille“ vereinen sich – sprachlich betrachtet – die zwei Bedeutungen „unbeweglich“ und „lautlos“. Stille kann daher mit Aug und Ohr wahrgenommen werden. Stille ist dort zu finden, wo keine Hektik und kein Getöse vor allem die innere Ruhe stören, wo also innere Einkehr möglich ist und sich der Mensch selbst findet und erneuern kann. Das ist auch die positive Seite von Stille, von der schon Mark Aurel, römischer Kaiser und Philosoph (121-180), gesagt haben soll: „Es gibt nirgends eine ruhigere und ungestörtere Stätte, zu der der Mensch flüchten könnte, als die eigene Seele“. Ist die Stille ein kostbares Gut, darf es nicht verwundern, dass sie emsig gesucht wird in den oft zitierten „Oasen der Stille“ wie z.B. in fernen Ländern am Meer, auf den Bergen, in der Tiefe der Wälder, nicht zuletzt in Häusern der Stille, seien es Kirchen oder Klöster. Alle bekannten Weisheits-Traditionen lehren bestimmte Wege, die zielstrebig zur Stille hinführen und schließlich im eigenen Herzen münden: Stille kann befreien und Gelassenheit bewirken.

Im 1.Buch der Könige wird die bekannte Geschichte erzählt: Elija bangt um sein Leben und muss fliehen. Er wandert 40 Tage und 40 Nächte zum Gottesberg Horeb, um schließlich Ruhe und Trost in einer stillen Höhle zu finden; aus dieser wird er dann herausgerufen, um Jahwes Willen zu erfahren, aber nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer hört er Jahwes Stimme, sondern im sanften und leisen Säuseln des Windes (1Kö 19, 9 ff.). Zeiten der Stille sind wichtig, um zu erfahren, wer wir sind und was wir wollen. Auch der Psalmist mahnt mehrfach zu stiller Einkehr und fordert eindringlich: „Sei still dem Herrn und harre auf ihn“ (Ps 37, 7), oder „Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin“ (Ps 46, 11). So ist es sinnvoll, wenn auch in der Liturgie meditatives Schweigen seinen Platz findet. Beeindruckend ist z.B. das bewusst intendierte heilige Schweigen während der Handauflegung in der Priesterweihe; da bleibt es die ganze Zeit still, nur die Turm-Glocke läutet.

Stille hat aber auch ihre negative Seite: Sie birgt so manche Gefahren, manchmal kann sie sogar Ängste auslösen. In meiner Kindheit habe ich selbst erfahren und weiß daher noch heute, dass ich die unheimliche Stille, wenn ich durch den finsteren Wald heimgehen musste, mit meinem lauten Singen zu vertreiben suchte, denn in der Waldes-Stille hätte mich jedes Knacken und Rauschen durch aufsteigendes Wild erschreckt. Stille ist immer zuerst da, Lautes kann jederzeit hinzutreten. Wir versuchen und wollen durchaus auch erfolgreich, dass es still ist: Aber die leisen Motoren der modernen Hybrid-Autos können leider Unfälle verursachen, weil sie zu wenig oder zu spät im Lärm rundherum gehört werden; hier wird neuerdings daran gedacht, sich Gehör zu verschaffen und zusätzlich Geräusche zu erzeugen. Gut ist es allemal, von Zeit zu Zeit der Lärmplage und der Hektik im Alltag zu entfliehen und – der Einladung Jesu folgend – nach ungestörter Ruhe zu suchen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11, 28).

(H.T.)


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